Die Wahl eines Menütyps für deinen Shop sollte nicht davon abhängen, dass „es schön aussieht” oder „die anderen machen es so”. Sie sollte sich aus dem Shop selbst ergeben: was du verkaufst, welches Gerät deine Kunden nutzen, wie sie kaufen. Dieser Artikel bündelt die vier Faktoren für die Menüauswahl, die am meisten Gewicht haben, und schlägt für jeden vor, zu welchem Menütyp er dich hinführt.
Es gibt keine perfekte Formel. Aber wenn du die vier folgenden Fragen beantworten kannst, klärt sich der größte Teil der Entscheidung von selbst.
Faktor eins für die Menüauswahl: Wie groß ist dein Katalog
Die erste Frage ist einfach: Wie viele Kategorien hat dein Shop, und wie viele Produkte stecken in jeder einzelnen?
Ein Shop für Handgefertigtes mit 3 Kategorien und ein paar Dutzend Produkten braucht eine ganz andere Navigation als ein Elektronikladen mit Dutzenden Unterkategorien. Ist der Katalog klein, genügt ein flaches Menü. Kunden brauchen nur wenige klare Auswahlmöglichkeiten, nicht viele Ebenen.
Wächst der Katalog, dreht sich das Problem um. Kunden müssen die Struktur sehen — welche Kategorie welche Unterkategorie enthält —, bevor sie sich auf einen Klick festlegen. Genau hier glänzt ein Mega Menu: Es breitet viele Spalten auf einmal aus und zeigt Kunden auf dem Desktop nahezu den ganzen Shop in einem einzigen Hover.
Ein einfaches Anzeichen: Wenn du zu viele Einträge in ein langes, endlos zu scrollendes vertikales Dropdown quetschst, ist dein Katalog dem einfachen Menü entwachsen. Das ist der Moment, über ein mehrspaltiges Menü nachzudenken.
Faktor 2: Mit welchem Gerät Kunden ankommen
Das ist der Faktor, den viele überspringen, obwohl er einer der wichtigsten ist. Du gestaltest auf deinem eigenen Laptop-Bildschirm, aber deine Kunden schauen auf ihrem Smartphone.
Die tatsächlichen Zahlen sind recht eindeutig. Laut Shopify macht Mobil bereits mehr als die Hälfte der E-Commerce-Besuche aus, und bei vielen Shops liegt der Wert noch höher. Du musst nicht raten. Öffne Shopify Analytics (den Bereich Sessions by device type) oder Google Analytics (Berichte → Tech → aufgeschlüsselt nach Gerätekategorie), und du siehst sofort die Desktop-Mobil-Aufteilung deines eigenen Shops.
Wenn Mobil in der Mehrheit ist
Nutzen die meisten Kunden ein Smartphone, muss das Menü in Daumenreichweite liegen. Forschung von Steven Hoober (eine Umfrage unter mehr als 1.300 Nutzern) zeigt, dass die meisten Aktionen mit dem Daumen ausgeführt werden und der am leichtesten erreichbare Bereich die untere Bildschirmhälfte ist. Die obere Ecke ist die Zone des „Streckens und Verrenkens”.
Die praktische Folge: Ein Hamburger-Menü, das in der oberen linken Ecke versteckt sitzt, liegt genau im am schwersten erreichbaren Bereich. Deshalb passt die Tab Bar — eine fest verankerte Navigationsleiste am unteren Rand — zu Mobile-first-Shops. Die wichtigsten Einträge (Home, Kategorien, Suche, Warenkorb) bleiben immer in Daumenreichweite.
Ein Punkt von der Nielsen Norman Group ist erwähnenswert: Navigation hinter einem Hamburger zu verstecken macht das Menü für Kunden spürbar schwerer auffindbar, als wenn das Menü offen sichtbar ist. Die Tab Bar ist immer sichtbar und umgeht diese Schwäche damit.
Wenn Desktop weiterhin die Mehrheit ist
Manche Branchen — B2B, Großhandel, hochpreisige Produkte, die genau geprüft werden müssen — haben weiterhin viele Desktop-Kunden. In diesem Fall ist ein Mega Menu auf dem Desktop die natürliche Wahl, weil es den breiten Bildschirm gut ausnutzt.
Das Schöne ist: Du musst dich nicht für nur eines entscheiden. Mit Navi+ kannst du Mobil und Desktop getrennt konfigurieren — zum Beispiel eine Tab Bar fürs Smartphone und ein Mega Menu für den Computer — innerhalb desselben Tools, ganz ohne Code. Du musst keine Kundengruppe gegen eine andere ausspielen.
Faktor 3: In welcher Branche du tätig bist
Das Kaufverhalten unterscheidet sich je nach Branche, und das Menü sollte diesem Verhalten folgen.
Mode neigt zum Entdecken. Kunden stöbern, schauen sich um, ändern ihre Meinung und wissen beim ersten Besuch selten genau, was sie wollen. Ein Mode-Menü sollte zum Stöbern einladen — nach Typ, nach Kollektion, nach Anlass —, und Bilder helfen dabei meist, also passt zu dieser Gruppe ein Mega Menu mit Bildern oder ein Grid Menu.
Elektronik ist das Gegenteil. Kunden kennen meist genau die Spezifikationen, die sie brauchen, und wollen schnell filtern: nach Marke, nach Leistungsklasse, nach Preisspanne. Der Katalog ist außerdem oft groß. Diese Gruppe neigt zu klar strukturierter Navigation und einem gut sichtbaren Suchfeld.
F&B und Lebensmittel setzen auf Geschwindigkeit und Wiederholungskäufe. Kunden kommen oft zurück, um denselben Artikel erneut zu kaufen. Ein kompaktes Menü mit wenigen Ebenen und Verknüpfungen zu vertrauten Kategorien dient ihnen besser als ein komplexer Kategoriebaum.
Beauty liegt dazwischen: Es hat sowohl Entdecken (auf der Suche nach Inspiration, Bewertungen lesen) als auch Wiederholungskäufe (Creme ist alle, also dieselbe Tube wieder kaufen). Ein Menü zum Stöbern nach Hauttyp oder Bedürfnis plus eine schnelle Suchmöglichkeit bringt meist beides in Balance.
Das ist ein Ausgangspunkt, kein Gesetz. Aber das für deine Branche typische Verhalten zu kennen bewahrt dich davor, gegen die Art zu gestalten, wie Kunden tatsächlich kaufen.
Faktor 4: Priorisierst du Entdecken oder schnelle Suche
Der letzte Faktor betrifft dein Ziel: Möchtest du, dass Kunden umherstreifen und entdecken (Stöbern), oder dass sie finden, was sie brauchen, und sofort kaufen (Search-first)?
Liegt der Wert deines Shops darin, dass Kunden etwas entdecken, von dem sie gar nicht wussten, dass sie es wollen — Deko, Geschenke, saisonale Mode —, dann sollte das Menü den Weg zum Entdecken öffnen. Zeige Kunden viele Kategorien, schlage Kollektionen vor, nutze Bilder zur Orientierung. Mega Menu und Grid Menu dienen diesem Stil.
Kommen Kunden mit klarer Absicht und willst du den Weg zum Warenkorb verkürzen, dann priorisiere Search-first: ein auffälliges Suchfeld, Verknüpfungen zu den Hauptkategorien, so wenige Schritte wie möglich. Ein FAB (floating action button) oder ein fester Sucheintrag in der Tab Bar ermöglicht es Kunden, jederzeit ein Stichwort einzutippen, egal auf welcher Seite sie sich befinden.
Dieses Ziel hängt auch mit dem Warenkorb zusammen. Laut Baymard Institute liegt die durchschnittliche Warenkorbabbruchrate bei rund 70 %. Ein Teil davon entsteht, weil Kunden sich verlieren oder vor zu vielen Schritten stehen. Eine klare Navigation, die immer in Reichweite ist, kann nicht alles beheben, aber sie nimmt einige der Gründe weg, aus denen Kunden mittendrin abspringen.
Ein allgemeiner Hinweis: Verzichte nicht auf Geschwindigkeit
Zu welchem Menütyp du auch neigst, es gibt eine Einschränkung, die du nicht ignorieren solltest: Das Menü darf die Seite nicht verlangsamen. Laut Google gilt eine Seite als gut, wenn LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden und CLS unter 0,1 liegt. Ein schweres Menü, das langsam lädt oder das Layout beim Laden springen lässt, zieht diese Werte nach unten — und schadet sowohl der Nutzererfahrung als auch dem SEO.
Achte deshalb bei der Wahl eines Tools zum Erstellen von Menüs darauf, ob es für Core Web Vitals optimiert ist. Navi+ wurde mit genau diesem Ziel gebaut und bewahrt dein Menü, wenn du das Theme wechselst — du musst nicht jedes Mal von vorne anfangen, wenn du dein Design änderst. Du kannst es unter naviplus.io ausprobieren.
Zusammengefasst
Vier Faktoren, heruntergebrochen auf vier Fragen:
| Frage | Empfohlener Menütyp |
|---|---|
| Großer oder kleiner Katalog? | Klein bedeutet ein flaches Menü; groß bedeutet ein Mega Menu, damit Kunden die Struktur sehen |
| Mobil- oder Desktop-Kunden? | Viel Mobil bedeutet eine Tab Bar am unteren Rand; viel Desktop bedeutet ein Mega Menu — du kannst beides getrennt umsetzen |
| Welchen Kaufstil hat deine Branche? | Entdecken (Mode, Beauty) bedeutet ein bildgeführtes Menü; schnelle Suche (Elektronik, F&B) bedeutet klare Struktur und auffällige Suche |
| Stöbern oder Suchen priorisieren? | Stöbern bedeutet den Weg zum Entdecken öffnen; Search-first bedeutet den Weg zum Warenkorb verkürzen |
Du brauchst nicht vom ersten Tag an die perfekte Wahl. Beantworte diese vier Fragen ehrlich, wähle den am besten passenden Menütyp und beobachte dann die Zahlen, um mit der Zeit nachzujustieren.
Dieser Artikel ist Teil des umfassenderen Leitfadens So wählst du den richtigen Menütyp für deinen Shopify-Shop.